04 Juni 2016

Einfach ich...





Ich habe mir viele Gedanken darüber gemacht ob ich das hier veröffentlichen soll, oder gar auf Facebook teile, dies würde mich bloßstellen, habe ich gedacht....

Viel zeit habe ich damit verbracht mich zu beschweren, Ausreden zu suchen warum ich so "fett" bin, aber das ist vorbei. Das Leben als fette Frau ist schrecklich,
denn man entspricht nicht dem Schönheitsideal, ob es in öffentlichen Verkehrsmitteln ist, beim Einkaufen, egal wo wenn man in der Öffentlichkeit, wird man belächelt,
gemieden, mit angewiderten Blicken gemustert. Man wird wie eine Aussätzige behandelt, nur weil man als Frau zu viel wiegt...

Die Sprüche von Freunden wie: "Du hast ein tolles Gesicht" oder "nimm halt ein paar Kilo ab!" oder "stell deine Ernährung um!" (um nur ein paar Beispiele zu nennen)
kann ich nicht mehr hören, das ist verletzend!!! Als ob ich nicht schon versucht hätte abzunehmen und meine Ernährung umzustellen, nur geht das ein paar Monate gut,
man nimmt auch ab, doch dann nimmt man wieder zu, weil man einfach aufgibt, das klingt so als hätte ich keinen Bock darauf, doch das stimmt nicht!

Inzwischen habe ich Arthrose in den Sprunggelenken, jeder Schritt ist eine Qual, Treppen steigen ist eine richtige Herausforderung für mich, es ist mir regelrecht peinlich,
wenn ich nach Luft japse beim Treppen steigen, es ist schon soweit, das meine Kollegen Treppen steigen und ich aus Scham den Aufzug nehme, nur damit sie es nicht mitbekommen.
Im Schlaf muss mein Mann mich wecken, da ich teilweise aufhöre zu Atmen.

An alle die uns fette Frauen angewidert ansehen, uns verspotten und uns meiden, weil wir zu viel wiegen: Wir sind auch Menschen, auch wir sind gepflegt, intelligent und haben Gefühle!

Ich habe letztes Jahr den Entschluss gefasst, dass es nicht so weitergehen kann, nicht weil mein Aussehen mir nicht gefällt, sondern weil mein Leben keine Lebensqualität aufweist und ich auf soviel
verzichten muss. Also holte ich mir Hilfe, ging ins Adipositas Zentrum und begann mit einem 6 Monatigen Abnehmversuch, mit Ernährungsberatung unter ärztlicher Aufsicht mit dem Ziel einer bariatrischen OP.

Jetzt denkt so mancher von euch bestimmt: "Ach sie geht also den einfachen Weg?!?!" Nein, ich ziehe einfach die Reißleine, denn wenn ich so weiter mache, kann ich bald nicht mehr laufen, nicht weil ich mich vor
lauter Fett nicht mehr bewegen kann, sondern weil meine Gesundheit abartig unter dem Gewicht leidet.

Ich gehe nun diesen Weg, habe sicher noch einige Hindernisse vor mir, denn die OP wurde noch nicht beantragt und dann ist da noch die Krankenkasse, welche die OP erstmal genehmigen muss.
Bis jetzt sind meine Ärzte und meine Ernährungsberaterin guter Dinge und alle sind einer Meinung, die OP ist notwendig. Normalerweise rät die Ernährungsberatung zur herkömmlichen Methode,
aber in meinem wird selbst von dieser Seite gesagt: "Ja, die OP ist notwendig".

Das ist alles andere als einfach, und auch keine "schwupps jetzt bin ich schlank" Lösung! Mein Weg dauerte 12 Jahre, bis ich mich dafür entschieden habe. Ich will einfach noch länger für mein Kind und meine Familie da sein!

Kommentare:
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  1. Gratuliere dir zu diesem mutigen Schritt.... Auch ich habe mit meinem Tagebuch rines Adipositas Patienten eine Seelenreinigung und Therapie gestartet. Ich weiß wie du dich derzeit fühlst und wünsche dir nur das Beste auf deiner Reise.lg Alfred

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    1. Ich habe mir wirklich sehr lange überlegt ob ich einen Blog mache, oder einfach nur auf dem Rechner für mich schreibe, aber ich musste den Schritt machen ins Netz, um mir einfach selbst zu Beweisen, dass all das hier mich nicht unter kriegen kann.

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  2. Also, eines kann ich Dir aus meiner Erfahrung bisher sagen (meine OP war im April): das ist definitiv NICHT der einfache Weg. Wer auch immer das denkt und behauptet, hat einfach keine Ahnung! Ich wünsche Dir alles Gute, werde Deinen Weg weiter beobachten und drücke die Daumen, was die Krankenkasse angeht. LG Barbara
    https://lebenslange-reise.blogspot.de

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    1. Ich hab gerade im Netz viel mit Ablehnung zu kämpfen, in gewissen Community´s & Foren. Nur verstehen leider so wenige was wir alles schon probiert haben, wieviele Wege wir schon ausprobiert haben. Ich denke das ist der richtige Weg, auch wenn es sehr sehr hart wird.

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